Jahreswechsel Gedichte

Jahresende

Das Jahr neigt sich dem Ende wieder
Tage, Wochen fallen nieder
Wird sterbend zu Vergangenheit
Erinnerung in Ewigkeit

Geboren wird ein neues Jahr
Entspringt dem, was noch gestern war
Aus dem letzten Grabe steigend
Der Hoffnung neue Wege zeigend

Zeit läuft weiter, Zeit vergeht
Zum Schluss ein neuer Anfang steht
Aus Schatten wachsen Lichtgestalten
Um Gewesenes im Jetzt zu halten

Mit allen Farben, die verblassen
Muss Altes diese Welt verlassen
Freude, Trauer, Hand in Hand
Gefühltes wird im Nichts verbannt

Lässt Glück und Schmerzen hinter sich
Gedanken leben ewiglich
Ein neues Jahr, ein neues Leben
Stets der Zeiten Willens wegen

Eine neue Zeile steht
bis auch dieses Jahr vergeht
Was war, was sein wird, was gewesen
Die Worte, die ein Dasein schreibt, wer wird sie lesen?

Neujahr

Mit gutem Vorsatz, Mut und Streben
starten wir ins neue Leben
was können wir wohl besser machen
was ließ uns weinen, was ließ uns lachen
wen haben wir mit uns schmerzlich vermisst
was ist geschehen, das niemand vergisst
für welche Taten spüren wir Reue
wer hielt uns im letzten Jahre die Treue
was uns im Herzen mit Stolz erfüllte
was uns mit Leiden und Trauer umhüllte
um welche Dinge mussten wir bangen
wer ist für immer von uns gegangen
was hat uns Kraft und Mut gegeben
wer bereicherte unser Leben
an was erinnern wir uns gerne
was bringt die Zukunft in weiter Ferne
wir feiern das Jahr, das alte Leben,
und hoffen, es wird ein Weiteres geben
das Ende, den Anfang, das Gute, das Schlechte
das Licht und die Schwärze, das Falsche, das Echte
langsam schwindet das, was war
auf ein gutes, neues Jahr

Silvesternacht

Leuchtend und in heller Pracht
scheint uns die Silvesternacht
in tausend Farben, bunt und grell
das alte Jahr verging so schnell
Stund’ um Stunde, Tag um Tag
vergangen ist, was vor uns lag
unaufhaltsam Zeit verrinnt
was man verliert, was man gewinnt
welche Träume in uns starben
am Ende bleiben Wunden, Narben
doch auch alle Fröhlichkeit
tragen wir mit uns in Ewigkeit
Gutes, Schönes, was wir lieben
das Alles ist uns wohl geblieben
Jubel klingt in allen Gassen
es freuen sich die Menschenmassen
ein neuer Anfang, neues Glück
das alte Jahr kehrt nicht zurück
so verstummt leise jede Klage
wir begrüßen die neuen Tage
denken an das, was das Herz uns erhellt
und wünschen uns Frieden auf dieser Welt
wir feiern die Vergangenheit
die Zukunft, sie steht schon bereit
und niemand weiß, was sie uns schenkt
weil Zeit nicht fühlt, weil Zeit nicht denkt
und bringt uns heute, gestern, morgen
Freud’ und Leid und Spaß und Sorgen
wollen wir in all den Jahren
uns die Erinnerung bewahren
Vergangenes wird uns genommen
das neue Jahr sei uns willkommen